Up the Yangtze

gesehen am 03.08.2008

Besprechung

Der Drei-Schluchten-Damm in China ist eines der umstrittensten Bauprojekte weltweit. Durch eine der größten Talsperren wird das Wasser des Yangtse in drei Schluchten aufgestaut. Dies dient dem besseren Hochwasserschutz, der Energiegewinnung – mit einer vergleichbaren Leistung von ca. 18 typischen Kernkraftwerken – und zur Verbesserung der Schifffahrt. Für das Projekt wurden ganze Städte überflutet und rund 2 Millionen Menschen wurden umgesiedelt.
In seiner Dokumentation Up The Yangtze begleitet Regisseur Yung Chang ein 16-jähriges Mädchen, das mit seinen Eltern am Ufer des Yangtse lebt und sein Elternhaus bald verlassen wird um auf einem der zahlreichen Kreuzfahrtschiffe zu arbeiten. Dort möchte bzw. muss sie etwas Geld verdienen um später vielleicht studieren zu können und um ihre Eltern zu unterstützen. Yung Chang nimmt sich mit 90 Minuten viel Zeit für die Familie und sein Ansinnen uns etwas von den Veränderungen zu zeigen die im modernen China vor sich gehen. Fast etwas zu viel Zeit, denn der Informationsgehalt bleibt leider etwas hinter den Erwartungen zurück. Insbesondere die starke Fokussierung auf eine Familie schränkt inhaltlich etwas ein. Hier hätte man sich dann doch ein etwas breiteres Gesamtbild gewünscht. Wer sich allerdings für die gesellschaftlichen Veränderungen abseits von Tibet und Menschenrechtsschelte in China interessiert, der bekommt hier einen interessanten Einblick.

Bewertung