Bangkok Dangerous

gesehen am 26.01.2009
Blu-ray · Region freeDeutschland · Action ⁄ Crime ⁄ Thriller · Initial Entertainment Group (IEG) · USA 2008

Besprechung

Joe (Nicolas Cage - Das Vermächtnis der Tempelritter, Lord Of War) ist ein hochbezahlter Profikiller. Als er vier sehr lukrative Jobs in Bangkok angeboten bekommt, beschließt er diese anzunehmen und danach auszusteigen. Als Joe in Bangkok jedoch gegen seine eigenen Regeln verstößt und dem Taschendieb Kong (Shahkrit Yamnarm - Belly Of The Beast) sein Handwerk beibringt und mit der taubstummen Apothekerin Fon (Charlie Yeung - Fallen Angels, After This Our Exile) anbandelt gerät seine Welt aus den Fugen und zu allem Überfluss möchten ihn auch noch seine Auftraggeber aus dem Weg räumen...

Das Bangkok Dangerous-Remake funktioniert wunderbar als eigenständiger Film. Wer jedoch das Original kennt dürfte milde enttäuscht sein. Allein die Tatsache, dass der Killer hier schon von vorneherein und von sich aus aussteigen möchte zeigt in welche weichgespülte Hollywood-Gut-Menschen-Richtung es geht. Fortgesetzt wird dies durch die mehrmalige explizite Erwähnung, dass doch nur die "Bösen" umgebracht werden. Die Tatsache dass der Killer im Remake nicht taubstumm ist, ist vermutlich Cage's mimischen (Un)Fähigkeiten geschuldet - die für eine überzeugende und glaubhafte Darstellung sicherlich nicht ausreichend wären. Jedoch wurde der Aspekt "taubstumm" nicht komplett vergessen. Und so bekommt Hong Kong-Actrice Charlie Yeung (kurioserweise immer als Charlie Young geführt) die Chance sich zu beweisen. Ihre Rolle ist aber für den kompletten Film leider völlig irrelevant und wohl lediglich der Vorlage geschuldet. Man hätte sicherlich besser daran getan, diesen Part komplett zu streichen. Vertauscht wurde hingegen die Lehrer-Schüler-Beziehung, so dass Cage nun die Rolle des Mentors inne hat und dabei durch schlechtes Wing Chun glänzt ;-). Als Eye-Candy darf Aom (das thailändische Model Panward Hemmanee - heiß) verbucht werden, die als Love-Interest des Schülers fungiert - und immerhin auch im Original, wenn auch in gewichtigerer Funktion, vorhanden ist.
Bezüglich der Umsetzung glänzt das Remake hingegen mit wesentlich höheren Produktionsstandards als das Original und weiß optisch zu gefallen. Dennoch wurden einzelne Einstellungen 1:1 übernommen, inkl. der (spiegelverkehrten) Schlusseinstellung. Und auch die Verfolgungsjagd auf dem Fluss (neu) macht zwar sichtlich Spaß, allerdings wohl hauptsächlich deshalb, weil man sich an die entsprechende Sequenz aus The Man With The Golden Gun erinnert fühlen dürfte!
Lässt man das Original also wie gesagt außen vor, wird man solide unterhalten - muss aber immer noch Cage's Dackelblick ertragen. Im Direktvergleich gewinnt das Original jedoch haushoch!

Bewertung