Shinjuku Incident (新宿事件) (2 Disc Set)

gesehen am 17.07.2009
Blu-ray · Region AHong Kong · Action ⁄ Drama ⁄ Thriller · Emperor Motion Pictures · Hong Kong 2008

Besprechung

Der einfache chinesische Mechaniker Steelhead (Jackie Chan - Rumble In The Bronx, New Police Story) kommt als illegaler Einwanderer nach Japan um dort seine Freundin Xiu Xiu (Xu Jing-Lei - Spring Subway, The Warlords) zu suchen. Unterschlupf findet er dabei bei seinem alten Freund Jie (Daniel Wu - Naked Weapon, Protégé) und einigen anderen chinesischen Flüchtlingen. Am Rand der japanischen Gesellschaft müssen sie mit Fremdenhass, Diskriminierung und Ausbeutung leben. Durch einen Deal mit dem Yakuza-Bosses Eguchi (Masaya Kato - Aragami, Fighter In The Wind) gelingt es Steelhead jedoch zum neuen Boss im Viertel der Einwanderer aufzusteigen, wo er von nun an gemeinsam mit seiner neuen Freundin Lily (Fan Bing-Bing - Lost In Beijing, Flash Point) ein ruhiges und vor allem ehrliches Leben führen möchte. Doch als Inspektor Kitano (Naoto Takenaka - Azumi, The Longest Night In Shanghai) ihn über die illegalen Machenschaften seiner alten Weggefährten unterrichtet, will er diese zur Umkehr bewegen, was zu einem wahren Blutbad führt...

Shinjuku Incident weißt durchaus etliche interessante Punkte auf und es ist ja quasi schon ein Markenzeichen von Regisseur Derek Yee, eher sperrige Stoffe gekonnt an den Zuschauer zu vermitteln. Seien es nun alleinerziehende Eltern wie im Falle von Lost In Time, Teenager-Schwangerschaften à la 2 Young oder Drogengeschäffte wie in Protégé. Und so ist der Blick auf die Situation der chinesischen Immigranten in Japan und die widrigen Umstände unter denen sie sich durchschlagen müssen gepaart mit dem Hass und der Verachtung der japanischen Bevölkerung durchaus sehenswert. Allerdings bleibt Yee hier ungewohnt einfältig was nicht zuletzt wohl an der simplen Charakterzeichnung seiner Figuren liegt. Diese mangelhafte Charakterzeichnung ist es auch die dem Film über 2 Stunden zu schaffen macht. So muss sich z.B. Jackie Chan's Figur seine "Freiheit" hart erkämpfen bleibt aber bis zum Ende der einfach gestrickte Mann aus China an dem all die Ereignisse schier spurlos vorüber zu gehen scheinen. Insbesondere in dem Moment als ihm die Machenschaften seiner alten Freunde offenbart werden wird dies deutlich. Nach all dem Rauben und Morden scheint es ihm doch irgendwie unbegreiflich zu sein, dass eben nicht alle wieder von diesem Weg abgelassen haben. Die Wandlung von Daniel Wu von Gut zu Durchgeknallt findet hingegen mit einem Szenenwechsel statt, ohne jedoch genauer darauf einzugehen.

Nichtsdestotrotz ist Shinjuku Incident noch sehr solide bleibt aber etwas hinter den anderen Filmen von Derek Yee zurück.

Mehr dazu auch im NarrenTalk #13.

Bewertung